
Vernissage: 30.04.2010, 19 Uhr
Ausstellung: 30.04. - 29.05.2010
Info:
Berlin, Mauerstadt mit der längsten Freiluft-Galerie der Welt und Hauptstadt des Elektro-Untergrundes Europas ist der Spielplatz des urbanen Künstlers Czarnobyl.
Beinflusst durch den düsteren Cyperpunk William Gibsons und Andrei Tarkovsky´s Filmklassiker "Stalker" wirken Czarnobyls Arbeiten wie Halluzinationen einer dystopischen Zukunft.
Man hat den Eindruck Czarnobyls Werke wollen an das durch den technologischen Fortschritt nicht eingelöste Versprechen einer besseren Welt erinnern- seine Individuen sind innerlich zerrissen, vereinsamt und doch gewaltsam; nostalgisch und doch nicht im herkömmlichen Sinne schön - Czarnobyls Wesen wirken eher wie cybergetunte Randfiguren eines schlechten und ungleichen Spiels - wie die Mutanten des Molochs der Megapolis.
Bereits Anfang der 80er Jahre schneidet der gebürtige Pole Czarnobyl seine ersten Schablonen, schlägt sich in den 90gern durch die Punk- und Hausbesetzer-Szene Berlins und beginnt, befruchtet vom Graffiti der Hauptstadt, seine Emotionen und Ideen im Stadtraum zu kommunizieren.
Seine photographisch genauen Personenportraits kombiniert Czarnobyl gekonnt mit Fundschablonen und detaillierten Maschinendarstellungen, teilweise soweit, daß diese an die skurile Psychologie Rorschachscher Tintenkleks-Tests erinnern.
Durch Schichtung, Spiegelung,Überlagerung und fortwährende Neuentwicklung ist es Czarnobyl gelungen mittels des Mediums Schablone eine eigene Formsprache zu entwickeln, die es vermag ebenso innovativ und zeitgemäss wie gesellschaftsrelevant zu sein.